Spezialgebiete

Therapie


Die Therapie der Facialisparese ist abhängig von u.a. Ausmaß und Ursache der Lähmung sehr vielfältig und muss in jedem individuellen Fall mit Hilfe von Spezialdiagnostik festgelegt und mit den Patienten besprochen werden. Generell muss zwischen den folgenden Therapieansätzen unterschieden werden:

Konservative Therapie

Beim Auftreten der Gesichtslähmung können bei einem strukturell erhaltenen Nerven logopädische und physiotherapeutische Übungen zu einer verbesserten Erholung beitragen. Hierbei kommen verschiedene Therapiekonzepte zum Einsatz, z.B.:

  • Bobath-Konzept
  • Kay Coombes Konzept
  • Perfetti-Konzept
  • Feldenkrais-Methode

Des weiteren können Patienten mit Facialisparese ggf. auch von den folgenden Maßnahmen profitieren:

  • EMG-Biofeedback: Der Patient erhält anhand von Elektroden, welche auf das Gesicht geklebt werden, eine Rückmeldung über die Muskelfunktion, auch wenn diese so gering ist, dass sie noch zu keiner Bewegung führt.
  • Elektrische Stimulation: Eine Stimulation von außen kann zusätzlich zur Physiotherapie eigesetzt werden, um zu verhindern, dass sich die Gesichtsmuskulatur abbaut, während der Nerv noch in der Erholungsphase ist.
  • Facial Pacing: Hierbei handelt es sich um eine Kombination von EMG-Biofeedback und Stimulation.
  • Lidloading: Implantation eines kleinen Gewichts ins Augenoberlid bei unvollständigem Augenschluss.
  • Tarsoraphie: Straffung des Augenunterlids bei unvollständigem Augenschluss.
  • Transfer von Muskelsehnen: z.B. zur Hebung des Mundwinkels mit dem Ziel einer Wiederherstellung der Symmetrie des Gesichtes.
  • Cross-face Nervenrekonstruktion: Die Innervation der gelähmten Gesichtshälfte wird unter Verwendung eines Nerventransplantats ausgehend vom Gesichtsnerven der gesunden Seite wiederhergestellt
  • Hypoglossus-facialis Nervenrekonstruktion: Teile des Hypoglossus-Nervs (üblicherweise für Beweglichkeit der Zunge zuständig) werden verwendet um die gelähmte Gesichtshälfte wieder zu innervieren.
  • Massetericus-jump Nervenrekonstruktion: Teile des Massetericus-Nervs (üblicherweise für Kaumuskulatur zuständig) werden verwendet um die gelähmte Gesichtshälfte wieder zu innervieren.

Injektion von Botulinumtoxin

Im Rahmen der zunehmenden Erholung einer Facialisparese kann es zu sog. Dys- und/oder Synkinesien kommen. Hierbei handelt es sich um die willkürliche Mitbewegung nicht an der beabsichtigten Bewegung beteiligter Muskeln bzw. um gestörte Bewegungsabläufe. Diese „Fehlbewegungen“ können durch die Injektion von Botulinumtoxin verbessert werden. Hierbei handelt es sich um ein „Nervengift“, welches vielfach auch inder Schönheitschirurgie aber auch verschiedenen neurologischen Erkrankungen eingesetzt wird. Durch die Verwendung des Botulinumtoxin in niedriger Dosis kann bei Patienten mit Facialisparesen die Gesichtssymmetrie verbessert und gleichzeitig die Restfunktion aufrecht erhalten werden.

Chirurgische Therapieansätze

Sollte sich nach einer Lähmung des Gesichtsnerven keine ausreichende Besserung der Symptomatik zeigen, können operative Maßnahmen die Gesichtssymmetrie und motorische Funktion verbessern. Zum Einsatz kommen sowohl sekundär/statischeVerfahren als auch Methoden der Nervenrekonstruktion, wie z.B.

  • Lidloading: Implantation eines kleinen Gewichts ins Augenoberlid bei unvollständigem Augenschluss.
  • Tarsoraphie: Straffung des Augenunterlids bei unvollständigem Augenschluss.
  • Transfer von Muskelsehnen: z.B. zur Hebung des Mundwinkels mit dem Ziel einer Wiederherstellung der Symmetrie des Gesichtes.
  • Cross-face Nervenrekonstruktion: Die Innervation der gelähmten Gesichtshälfte wird unter Verwendung eines Nerventransplantats ausgehend vom Gesichtsnerven der gesunden Seite wiederhergestellt
  • Hypoglossus-facialis Nervenrekonstruktion: Teile des Hypoglossus-Nervs (üblicherweise für Beweglichkeit der Zunge zuständig) werden verwendet um die gelähmte Gesichtshälfte wieder zu innervieren.
  • Massetericus-jump Nervenrekonstruktion: Teile des Massetericus-Nervs (üblicherweise für Kaumuskulatur zuständig) werden verwendet um die gelähmte Gesichtshälfte wieder zu innervieren.