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Kavernome


Allgemeines:

Kavernome (lat.: haemangioma cavernosum) sind gutartige Gefäßmissbildungen, die prinzipiell in jedem Gewebe, klinisch relevant jedoch hauptsächlich im zentralen Nervensystem, auftreten können. Genaue Daten zur Häufigkeit sind schwierig zu erfassen, da Kavernome häufig symptomfrei bleiben. Man geht jedoch davon aus, dass ca. 0,5% der Gesamtbevölkerung betroffen sind, wobei hiervon nur ca. 30% klinisch symptomatisch werden. Die Verteilung zwischen Männern und Frauen ist hierbei ausgeglichen.

Feingeweblicher Aufbau:

Kavernome sind dünnwandige Gefäßerweiterungen, deren Wandaufbau meist nicht eindeutig dem arteriellen oder venösen Gefäßsystem zuzuordnen ist. Bei Diagnosestellung beträgt die Größe der Kavernome in der Regel zw. 0,5-3cm. Im Inneren der Kavernen befindet sich Blut, das jedoch meist nur sehr langsam und unter geringem Druck fließt.

Entstehung:

Die Entstehung von Kavernomen ist bisher noch nicht endgültig geklärt. Kavernome entstehen meist spontan, wobei auch äußerst seltene familiäre Vorkommen bekannt sind. Es wurden bereits drei Genplätze beschrieben, die mit einem erhöhten Risiko für Kavernome assoziiert sind.

 

Symptome:

Die häufigsten klinischen Manifestationen von Kavernomen sind:

Epileptische Anfälle (30%)
Fokale neurologische Ausfälle (25%)
Hirnblutungen (15%)
Kopfschmerzen (5%)

Risiken:

Das größte von Kavernomen ausgehende Risiko ist die Einblutung in Hirngewebe. Besonders von Hirnstamm-nahen Lokalisationen geht eine erhöhte Gefahr aus, da sich hier lebenswichtige “Knotenpunkte” des zentralen Nervensystems befinden.

Diagnostik:

Bei Verdacht auf ein Kavernom ist die Kernspintomographie das diagnostische Mittel der Wahl. Jedoch werden häufig auch Angiographien und Computertomographien zur besseren Evaluation durchgeführt.

Therapie:

Die mikrochirurgische Entfernung stellt die Standardtherapie von Kavernomen dar, jedoch sollte das mit der Operation einhergehende Risiko sorgfältig abgewogen werden. Da es sich bei Kavernomen um gutartige Missbildungen handelt, ist ein “Nachwachsen” nach einer operativen Entfernung nahezu ausgeschlossen.
Bei nur geringem klinischem Beschwerdebild oder bei zufälliger Entdeckung wird häufig eine konservative Therapie mit strikter Blutdruckkontrolle und regelmäßigen kernspintomographischen Überprüfungen vorgezogen.

 
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