Spezialgebiete

Wachoperationen

Die Wachoperation verwenden wir in unserer Klinik um Tumoren mit Bezug zu den Sprachregionen (Broca, Wernicke, Geschwind) oder den Sprachleitungsbahnen möglichst radikal entfernen zu können, ohne dabei die verschiedenen Funktionen der Sprache zu gefährden. Hierzu erfolgt an einem Tag vor der Operation durch unsere Neuropsychologin eine ausgiebige Testung um bereits schon bestehende Sprachdefizite zu identifizieren, ein angemessenes Programm zum Überwachen der Sprache während der Operation festzulegen und zu prüfen, ob ein Patient überhaupt für eine Wachoperation infrage kommt.

Da im Gehirn keine Sinneszellen zur Schmerzempfindung vorhanden sind und somit das Gehirn selbst keinen Schmerz empfinden kann müssen bei der Wachoperation lediglich die Häute und das Bindegewebe betäubt werden. Dazu erhält der Patient intravenöse Medikamente um eine Basisschmerzunempfindlichkeit und Beruhigung sicherzustellen und eine lokale Betäubung entlang des Schädels (Skull Block), um die Schmerzwahrnehmung auszuschalten. Während der gesamten Operation wir der Patient durch unsere Neuropsychologin begleitet und während der Tumorentfernung hinsichtlich der Sprachfunktionen überwacht. Hierzu erfolgt nach Hautschnitt, Entfernung des Knochendeckels und Eröffnung der Hirnhautim ersten Schritt ein Mapping (Kartierung) des betroffenen Gehirns mittel einer Elektrostimulation. Die so entstandene Karte zeigt die Regionen, in denen wichtige Sprachfunktionen verschlüsselt sind und jene vom Tumor betroffenen Regionen die bedenkenlos entfernt werden können.(Bild) Während der Operation wird der Patient wiederholt durch unserer Neuropsychologin getestet, so dass Veränderungen der Sprache unmittelbar auffallen und die Resektion angepasst werden kann.