Spezialgebiete

Intrakranielle Aneurysmen

Bei Aneurysmen handelt es sich um Gefäßaussackungen, die hauptsächlich an der Aufzweigung von Blutgefäßen auftreten. Man unterscheidet sackförmige (sakkuläre), welche die häufigste Form darstellen, von unregelmäßigen (fusiforme) Aneurysmen. Die Größe der Aneurysmen variiert von einigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Ist ein Aneurysma größer als 2cm, spricht man von Riesenaneurysmen.

Ein Aneurysma besteht aus einem Hals und einem Aneurysmasack. Die Blutung tritt normalerweise an der dünnsten Stelle des Sackes auf. Somit entsteht eine Subarachnoidalblutung, welche mit plötzlichen schweren Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinseintrübung einhergehen kann.

Verteilung der Aneurysmen

Aneurysmen treten bevorzugt an der Hirnbasis auf. Hier vereinigen sich die 4 Hauptarterien, die für die Blutversorgung des Gehirnes verantwortlich sind zu einem Kreis (Circulus arteriosus Willisii)

Häufigkeit von Aneurysmen an verschiedenen Hirnarterien:

  • Arteria cerebri media: 20 -25%
  • Arteria communicans anterior: 35 – 40%
  • Arteria carotis interna: 30%
  • Hinterer Kreislauf: 10%

Ursachen für die Aneurysmaentstehung

Die Ursache für die Entstehung von Aneurysmen ist multifaktoriell. Aufgrund von angeborenen oder durch äußere Einflüsse bedingte Defekte in der Gefäßwand kann es zur Entstehung von Aneurysmen kommen. Ein erhöhter Blutdruck, sowie starkes Rauchen können ebenfalls bei der Entstehung von Aneurysmen beteiligt sein.

Behandlung

Die Behandlung von Aneurysmen wird stets interdisziplinär mit den Kollegen der Neuroradiologie besprochen. Es besteht je nach Aneurysma und Gesamtsituation die Möglichkeit der operativen Therapie, sowie der interventionellen Therapie über einen Leistenkatheter. Häufig erscheint eine beider Methoden vorteilhaft, so dass eine klare Empfehlung ausgesprochen werden kann. Falls beide Methoden gleich erfolgsversprechend sind, kann der Patient die Therapieform selbst entscheiden.

Operative Behandlung

Die chirurgische Behandlung besteht in der Ausklippung des Aneurysmas. Dabei wird in mikrochirurgischer Technik ein kleiner Metallklipp aus Titan auf den Hals des Aneurysmas gesetzt und das Aneurysma so verschlossen. Eine erneute Blutung aus diesem Aneurysma ist damit nicht mehr möglich. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Clips, die je nach Aneurysmaform und Lokalisation angewendet werden.

Interventionelle Behandlung

Bei der interventionellen Behandlung wird ein Mikrokatheter in das Aneurysma vorgeschoben und das Aneurysma von innen mit feinen Platindrähten aufgefüllt (Coiling des Aneurysmas). Dadurch kommt es zu einer Koagelbildung und Verklebung innerhalb des Aneurysmas. Dadurch, dass eine Operation nicht notwendig ist und auch Aneurysmen in schwieriger Lokalisation erfolgreich gecoilt werden können, hat sich eine wertvolle alternative Methode in der Behandlung der Aneurysmen etabliert. Wenn jedoch der Hals des Aneurysmas sehr weit ist, oder anatomisch schwierige Gefäßverhältnisse vorliegen, die eine Sondierung der Gefäße erschweren, wie dies bei älteren Patienten oft der Fall ist, stellt die Operation die einzige Behandlungsmöglichkeit dar.