Spezialgebiete

Gibt es andere Behandlungsmethoden?


Medikamentöse Behandlung

Prolaktinome nehmen eine Sonderstellung ein, da bei ihnen die medikamentöse Therapie mit Dopamin-Agonisten die Behandlung der ersten Wahl darstellt. In gewissen klinischen Konstellationen besitzt aber auch die Operation einen wichtigen Stellenwert. Dazu zählen u.a. Unverträglichkeit oder fehlende Wirksamkeit von Dopamin-Agonisten und akuter Sehverlust. Bei Mikroprolaktinomen stellt die Operation aufgrund der hohen Heilungsrate eine Alternative zur oft lebenslangen Behandlung mit Dopamin-Agonisten dar. Die Therapie-Optionen sollten mit dem Patienten ausführlich besprochen werden.

Bei der Akromegalie stehen für die medikamentöse Therapie Somatostatin-Analoga, Dopamin-Agonisten und ein Wachstumshormon-Rezeptor Antagonist zur Verfügung. Die medikamentöse Therapie kommt in der Regel zum Einsatz, wenn der Wachstumshormon-Überschuss durch die Operation nicht vollständig beseitigt werden konnte.

Bei Morbus Cushing ist die medikamentöse Therapie schwieriger. Neuere Entwicklungen wecken jedoch die Hoffnung auf eine effektive medikamentöse Therapie, wenn die Operation den Cortisol-Überschuss nicht beseitigen konnte. Prinzipiell sind 2 Wirkmechanismen möglich: 1. Zentrale Wirkung eines Medikaments direkt am Tumor mit Reduktion der ACTH-Ausschüttung durch das Adenom. 2. Blockade der nachgeschalteten Cortisol-Ausschüttung in der Nebennierenrinde.

Bei hormoninaktiven Hypophysenadenomen steht keine verlässliche und zugelassene medikamentöse Behandlung zur Verfügung.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist eine weitere wichtige Säule im Behandlungskonzept von Hypophysenadenomen und kommt vor allem als Sekundärtherapie zum Einsatz. Die Bestrahlung ist indiziert bei postoperativen Rest- oder Rezidivadenomen, die mit einer weiteren Operation oder medikamentös nicht sinnvoll behandelt werden können.Zwei unterschiedliche Bestrahlungs-Verfahren stehen für die Behandlung von Hypophysenadenomen zur Verfügung:

1. Die fraktionierte Bestrahlung: Dabei wird die Strahlendosis in mehreren kleinen „Fraktionen“ (Portionen) verabreicht. Bei Hypophysenadenomen sind Fraktionen à 1,8 Gy und eine Gesamtdosis von 48-54 Gy üblich. Die Bestrahlung erfolgt täglich und erstreckt sich über mehrere Wochen. Die fraktionierte Bestrahlung hat den Vorteil, dass sich das im Bestrahlungsgebiet befindliche gesunde Gewebe zwischen den einzelnen Bestrahlungsterminen erholen kann. Als Gewebe-schonende Methode ist die fraktionierte Bestrahlung besonders geeignet für größere Restadenome.

2. Radiochirurgie (stereotaktische Einzeitbestrahlung): Mit der Radiochirurgie ist eine Hochpräzisionsbestrahlung möglich. Für die Durchführung der Radiochirurgie stehen verschiedene Technologien zur Verfügung: A. Gamma-Knife Radiochirurgie. B. Cyberknife Radiochirurgie. C. LINAC-basierte Radiochirurgie. Die größte Erfahrung bei Hypophysenadenomen besteht mit der Gamma-Knife Radiochirurgie. Die Radiochirurgie wird vor allem bei kleineren, gut abgegrenzten Restadenomen durchgeführt. Voraussetzung für die Durchführung einer radiochirurgischen Einzeitbestrahlung ist ein ausreichender Abstand des Restadenoms von der Sehnervenkreuzung, da die Sehnerven sehr empfindlich auf Bestrahlung reagieren.