Forschung

Molekulare (genetische) Einflussfaktoren auf Entstehung und Wachstum von Hypophysentumoren


Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich in Kooperation mit Grundlagenwissenschaftlern mit den zellulären und molekularen (genetischen) Merkmalen von Hypophysentumoren. Das Ziel der Forschung ist es, genetische Faktoren zu identifizieren, die einen Einfluss auf die Entstehung und Größenzunahme dieser Tumore haben. Daraus ergeben sich Ansatzpunkte für eine gezielte Therapie. Als klinischer Partner stellen wir bei der Operation entnommenes, überschüssiges Tumorgewebe für die Grundlagenforschung zur Verfügung und erheben selbst die klinischen Daten der Patienten. Die Bedeutung der Forschungsergebnisse auf zellulärer Ebene wird ersichtlich, wenn sie in Bezug gesetzt werden zu den klinischen Parametern.

Eine Kooperation besteht mit Privatdozentin Dr. Natalia Pellegata (Helmholtz Center Munich), deren Arbeitsgruppe sich mit molekularen Ursachen für die Entstehung gonadotropher Adenome beschäftigt [1] (siehe auch Abbildung 3).

Eine weitere Kooperation besteht mit Professor Dr. Martin Reincke (Direktor der Medizinischen Klinik, Campus Innenstadt, Universität München), dessen Forschungsgruppe die genetischen Ursachen für die Entstehung von ACTH (adrenocorticotropes Hormon)-sezernierenden Hypophysenadenomen und die zellulären Regulationsmechanismen dieser Adenome untersucht. Seine Arbeitsgruppe hat erstmals eine genetische Ursache für die Entstehung eines Morbus Cushing nachgewiesen. Es handelt sich dabei um eine Mutation des USP8 (ubiquitin-specific protease 8) Gens. An Folgeprojekten zur weiteren Erforschung des Gens ist unsere Arbeitsgruppe beteiligt [2, 3].

Eine wissenschaftliche Kooperation besteht mit der Abteilung Neuropathologie am Universitätsklinikum Tübingen. Die Wissenschaftler der Neuropathologie untersuchten in einem gemeinsamen Projekt die Epigenetik von Hypophysenadenomen.Die Epigenetik erforscht Faktoren, die die Aktivität der DNA (genetischer Code) beeinflussen [4].Zusätzlich zu den epigenetischen Faktoren werden im Rahmen der Kooperation auch biologische Marker von Hypophysentumoren und deren Bedeutung für die Diagnosestellung und für den klinischen Verlauf der Erkrankung erforscht [5].

Ausgewählte Literatur:

[1] Lee M, Lupp A, Mendoza N, et al.: SSTR3 is a putative target for the medical treatment of gonadotroph adenomas of the pituitary. Endocr Relat Cancer 2015; 22:111-119

[2] Perez-Rivas LG, Theodoropoulou M, Puar TH, et al.: Somatic USP8 mutations are frequent events in corticotroph tumor progression causing Nelson’s tumor. Eur J Endocrinol 2017; doi: 10.1530/EJE-17-0634 [Epub adhead of print]

[3] Perez-Rivas LG, Theodoropoulou M, Ferraù F, et al.: The gene of the ubiquitin-specific protease 8 is frequently mutated in adenomas causing Cushing’s disease. J Clin Endocrinol Metab 2015; 100:E997-1004

[4] Ebrahimi A, Schittenhelm J, Honegger J, et al.: Histone acetylation pattern of typical and atypical pituitary adenomas indicate epigenetic shift of these tumours. J Neuroendocrinol 2011; 23:525-530

[5] Ebrahimi A, Honegger J, Schluesener H, et al.: Osteonectin expression in surrounding stroma of craniopharyngiomas: association with recurrence rate and brain infiltration. Int J Surg Pathol 2013; 21:591-598